Zeiger, Zahlen, Zeit



Eine Langeweile-Geschichte über das Tick Tick Tick Tick Tick.

In meinen Ohren. Stille. Wenn ich das Tick Tick Tick Tick Tick vergesse. Kann ich nicht.
Die Hälfte meiner Zeit verbringe ich damit den schwarzen schmalen Zeiger zu beobachten, wie er von einer Zahl auf die Nächste springt. Schwarzer Zeiger auf schwarzen Zahlen, diese auf weißen Untergrund. Das Tick Tick Tick Tick Tick hallt in meinen Ohren. Kann es nie vergessen. Es hat sich über Jahre heimlich in mein Hirn gebrannt. Hat sich dort niedergelegt und eingerichtet. Säuft nun den ganzen Tag, wird fetter und fetter. Nimmt immer mehr Raum ein, ist hippelig und treibt mich in den Wahnsinn. Ich hab ihm bereits mehrfach gekündigt, aber es ist nie ausgezogen.
Die Zeit läuft weiter während ich mich zum neuen Kampfe rüste. Der Zeiger bespringt neue Zahlen. In jedem Raum befindet sich so eine verdammte Uhr, hab ich vor Jahren hingehängt. Und nie wieder abgenommen.  
Will ich nicht abnehmen. Hasse und brauche sie. Diese bekloppte Zeit.
Wieder eine Stunde um. Wieder eine Stunde weniger. Ich beobachte schweigend wie mir mein Leben davonläuft. Aber ich ziehe es auch nicht in Betracht es doch noch einzuholen und zu bändigen. Tick Tick Tick Tick Tick.
Noch 404 Minuten bis auch dieser Tag geschafft ist. Tick Tick Tick Tick Tick. Jetzt noch 399 Minuten. Tick Tick Tick Tick Tick. Noch 32 Tage und 394 Minuten bis zum Ende dieses Lebensjahres. Tick Tick Tick Tick Tick

4.8.08 09:51


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